Für den Anfang

Eine kleine Enttäuschung gleich vorweg: Es geht hier nicht, wie das Titelbild vielleicht vermuten lässt, um Island. Nicht direkt jedenfalls. Mit Vulkanausbrüchen, ständigem Wetterwechsel, stürmischen Zeiten, viel zu langen Nächten, endlos leeren Landschaften und gefährlichen Küsten hat das hier nämlich schon zu tun. Das hier: Borderline. Und das Leben damit. Das geht nämlich. Mal etwas leichter und dann wieder unheimlich schwer, aber man gewöhnt sich dran. Wirklich. An die Besonderheiten Islands übrigens auch. Die kann man sogar richtig schön finden. Nicht immer, aber im Grossen und Ganzen schon.
So ist das.
Übrigens: Allegorien, Metaphern und Vergleiche wird es hier öfter geben.

Nun aber zur Sache. Diese Seite hat nämlich auch Ziele. Aufräumen zum Beispiel. Mit Vorurteilen. Von denen gibt es wahrscheinlich mindestens so viele, wie es Betroffene gibt. Und das ist ganz schön traurig. Klar, es kann unheimlich anstrengend sein, eine Beziehung jedweder Art zu einem Borderliner zu führen. Aber gilt das nicht für jeden Menschen? Beziehungen sind Arbeit, Leute. Immer. Nur nicht immer gleich intensiv. Nur ist es leider sehr viel bequemer – und, so scheint es, auch populärer -, sich auf Vorurteile zu verlassen, anstatt jemanden wirklich kennenzulernen. Zu verstehen oder es wenigstens zu versuchen. Der Cousin einer ehemaligen Arbeitskollegin der Schwester meines Stiefvaters kannte mal jemanden, der war ganz schön manipulativ. Ein Borderliner übelster Sorte. Oh. Borderliner sind also manipulativ? Hmm. Dann lieber die Finger davon lassen. Weil, nun ja, Borderliner sind eben so. Alle. Was völliger Quatsch ist (obwohl erschreckenderweise sogar Fachbücher genau dies teilweise suggerieren). Aber dies nur als kleines Beispiel.
Was das hier sonst noch soll – und das ist das Wichtigste: Unterstützen. Motivieren. Erklären. Ein kleiner Beitrag zum besseren Verständnis für psychische Erkrankungen, für mehr Akzeptanz und weniger Angst. Ein Versuch, anderen Betroffenen und Angehörigen zu zeigen, dass es durchaus möglich ist, damit zu leben. Nicht nur irgendwie, sondern gut. Nicht schlechter als ohne diese Diagnose. Nur ein bisschen anders. Wenn das wirklich funktionieren würde, wenn dieses ganze Geschreibe auch nur einem einzigen Menschen einen einzigen Schritt weiterhelfen könnte, dann wäre das Ziel erreicht. Ein ziemlich schönes Ziel.

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